FLIEGE BINDEN - SCHRITT FÜR SCHRITT ERKLÄRT

In der Herrenmode gibt es nur wenige Accessoires, die so für guten Stil und Eleganz stehen wie die Fliege. Bei klassischer Abendgarderobe ist sie ohnehin Pflicht, doch auch bei Tagesoutfits greifen immer mehr Männer inzwischen zur Fliege statt zur Krawatte, um ganz gezielt ein modisches Statement zu setzen. Eine Fliege, auch Querbinder genannt, können Sie daher nicht mehr nur zum Smoking, sondern auch durchaus zum lässigen Jeanshemd kombinieren.

Und sollte sich noch keine Fliege in Ihrer Garderobe befindet, dürften Sie diese Umfrageergebnisse vielleicht zum Umdenken bringen: Studien zeigen nämlich, dass Fliegenträger gegenüber Krawattenträgern als charismatischer, freundlicher und sogar als intelligenter eingeschätzt werden. Es spricht also eigentlich nichts gegen eine elegante Fliege – wäre da nicht die leidliche Frage, wie man das kleine Stück Stoff denn nun richtig bindet.

Das ist zugegebenermaßen nicht ganz unkompliziert. Doch keine Sorge: Mit ein bisschen Übung und Geschick werden Sie eine Fliege in Zukunft genauso schnell und mühelos binden wie eine Krawatte. Wir erklären Ihnen hier Schritt für Schritt, wie das Binden funktioniert. Im Grunde genommen ist es sogar einfacher, eine Fliege zu binden. Denn im Gegensatz zu einer Vielzahl von diversen Krawattenknoten, binden Sie eine Fliege stets mit der gleichen Technik.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Eine Fliege setzt mehr individuelle Akzente als eine Krawatte
  • Es gilt: lieber selbst gebunden als vorgebunden - kleine Unstimmigkeiten gehören dabei dazu und verleihen der Fliege mehr Charakter
  • Die gängigste Fliegen-Länge liegt zwischen 36 und 50 Zentimetern - die ideale Fliegen-Breite entspricht der Kontur Ihres Gesichts
  • Es gibt drei verschiedene Fliegen-Formen: die Butterfly Fliege, die Diamond Point Fliege und die Batwing Fliege
  • Eine Fliege ist eine stilvolle Alternative zu einer Krawatte, kann allerdings auch ganz leicht in einem Casual-Look kombiniert werden

 

 

DIE PERFEKTE FLIEGE BINDEN IN 7 SCHRITTEN

Eine Krawatte gehört in der Herrenmode zum Standard, mit einer Fliege setzen Sie dagegen individuelle Akzente. Nehmen Sie sich also ruhig ein bisschen Zeit, um das richtige Binden zu lernen. Denn wie so oft im Leben gilt auch hier: Übung macht den Meister. Üben Sie am besten vor dem Spiegel, so sehen Sie direkt, ob die Fliege beim Binden die gewünschten Proportionen hat.

Und so funktioniert's

Schritt 1: Klappen Sie zunächst Ihren Hemdkragen hoch und legen Sie die Fliege locker um Ihren Hals. Die linke Seite sollte dabei ein paar Zentimeter tiefer hängen als die rechte. Den Stoff brauchen Sie für das Binden der Fliege.

Schritt 2: Verknoten Sie beide Enden und legen Sie das lange Ende der Fliege über Ihre Schulter. So ist es im nächsten Schritt nicht im Weg und stört Sie nicht beim Binden Ihrer Fliege.

Schritt 3: Das kürzere Stück wird nun in die typische Fliegenform eingebunden beziehungsweise gelegt.

Schritt 4: Halten Sie das kurze Ende - das Sie im vorherigen Schritt zur Fliegenform gefaltet haben - fest und legen Sie jetzt das lange Ende um das kurze herum.

Schritt 5: Im nächsten Schritt ziehen Sie das längere Ende der Fliege sowohl über als auch hinter die halbfertige Fliege. Während Sie Ihre Fliege jetzt etwas fester ziehen, sollte aber vor der Fliege ein kleine Schlaufe bleiben. Diese können Sie auch mit einem Finger offenhalten.

Schritt 6: Durch diese Schlaufe ziehen Sie jetzt das lange Ende der Fliege. Anschließend die Fliege ganz festziehen.

Schritt 7: Damit Ihr Querbinder einen perfekten, stilvollen Look bekommt, die Fliege zurecht ziehen, sodass sie symmetrisch sitzt. Fertig!

Beim Fliege binden gilt: Machen Sie sich keine zu großen Sorgen, wenn die Seiten Ihrer selbst gebundene Fliege ein wenig uneben sind. Unter Kennern macht gerade das den perfekten Look einer Fliege aus – ein wenig Asymmetrie gehört eben dazu. Das hat authentischen und, im wahrsten Sinne des Wortes, handgemachten Charme.

 

PRAKTISCHE ALTERNATIVE: VORGEBUNDENE FLIEGEN

Natürlich gibt es inzwischen auch fertig gebundene Fliegen im Handel zu kaufen. Diese Fliegen sind sicherlich eine praktische Option – vor allem wenn es schnell gehen soll. Einen kleinen Nachteil gibt es aber dennoch: Denn diesen Fliegen wird man immer ansehen, dass sie vorgefertigt wurden. Sie sehen einfach zu perfekt aus. Eine selbstgebundene Fliege hat dagegen immer kleine Unstimmigkeiten. Sie ist individuell und hat Charakter. In Stilfragen schwören Herrenmode-Experten daher einstimmig auf eine selbstgebundene Fliege.

 

WELCHE FLIEGE HAT DIE RICHTIGE GRÖSSE?

Eine Fliege an sich hat keine feste Konfektionsgröße. Die meisten Fliegen sind so bemessen, dass sie komfortable um den durchschnittlichen Herrenhals passen und sich gut binden lassen. Die gängigsten Längen liegen etwa zwischen 36 und 50 Zentimetern.

Bei der richtigen Proportion können Sie sich zunächst auch ganz einfach an Ihrem Gesicht orientieren. Die perfekte Breite einer gut gebundenen Fliege entspricht nämlich der Kontur Ihres Gesichts. Dabei sollte die Fliege jedoch nicht so breit sein, dass ihre Kanten auf einer Linie mit Ihren Ohren liegen – das wäre zu viel.

Die richtigen Proportionen einer perfekt gebundenen Fliege lassen sich aber auch in Zahlen festhalten:

Breite der Fliege im Verhältnis zur Fliegenhöhe: 2 zu 1
Höhe der Fliege im Verhältnis zur Knotenhöhe: 3 zu 1
Höhe des Knotens im Vergleich zur Knotenbreite: 1 zu 1

 

DIE VERSCHIEDENEN FLIEGEN-FORMEN IM ÜBERBLICK

Ja, gibt es. Auch wenn eine Fliege immer auf die gleiche Art gebunden wird, gibt es sehr wohl Unterschiede, was den Schnitt der Fliegen-Enden angeht. Man differenziert zum Beispiel zwischen:

Butterfly Fliege: Die klassischste und gängigste Fliegenform. Ungebunden ähnelt sie den Flügeln eines Schmetterlings, daher der Name.

Diamond Point Fliege: Diese Variante der Butterfly Fliege hat spitz versäumte Enden. Sie wird daher auch als spitz zulaufende Fliege oder Diamond Tip Fliege bezeichnet.

Batwing Fliege: Diese Fliegenform hat gerade Enden wie die Butterfly Fliege, ist aber im Vergleich viel schmaler. Der Name verweist keineswegs auf einen Fledermausflügel, sondern leitet sich – wirklich ur-britisch - von der Ähnlichkeit mit einem Cricket-Schläger ab.

 

WANN IST EINE FLIEGE ANGEBRACHT?

Diese Frage lässt sich inzwischen nicht mehr ohne Weiteres beantworten. Denn die Fliege ist tatsächlich zu einem Trend-Accessoire in der Herrenmode avanciert. Tagsüber ist die Fliege ein stilvolle Alternative zur Krawatte. Das heißt, hier können Sie es bewusst leger halten, um der Fliege das allzu Formelle zu nehmen. Sie brechen den glatten Look zum Beispiel auf, in dem Sie die Fliege zum karierten Hemd tragen, die Ärmel des Hemdes hochkrempeln oder auch das Jacket ganz weglassen. Sie können auch Muster mixen – etwas Paisley und Nadelstreifen. Oder Sie kombinieren unterschiedliche Materialien, um Ihrem Outfit ein modernes Upgrade zu geben. Hier ist die Fliege eine Statement für Stil und Modebewusstsein. An strenge Kleiderordnungen müssen Sie sich nicht halten.

Anders verhält sich das Fliegen-Styling im Abendbereich. Sobald der Dresscode auf einer Einladung Black Tie lautet, machen Sie mit einer Fliege garantiert nichts falsch. Steht White Tie auf Ihrer Einladung, ist der Dresscode sogar noch formeller. Das ist dann die Königsklasse der Herrengarderobe. In anderen Worten Smoking oder gar Frack sind hier Pflicht. Und natürlich ist dazu eine perfekt gebundene Fliege die einzig richtige Wahl.

Gut zu wissen: Der Dresscode verrät Ihnen auch, welche Farbwahl zu treffen ist. Beim Black Tie greifen Sie zu einer schwarzen Fliege, beim White Tie binden Sie eine weiße Fliege.