LEDERPFLEGE GUIDE:
SO BLEIBEN IHRE LIEBLINGSSTÜCKE LANGE SCHÖN

Eine lässige Lederjacke, die wunderschöne Handtasche aus unglaublich softem Wildleder oder die coolen Lederboots, die Sie den ganzen Winter getragen haben – Leder ist zurzeit so angesagt wie nie. Grundsätzlich ist Leder ein sehr strapazierfähiges und atmungsaktives Naturprodukt, das sich angenehm tragen lässt. Wer seine Jacke schont, richtig lagert und regelmäßig pflegt, der hat viele Jahre, sogar Jahrzehnte was von ihr. Wir verraten Ihnen, was Sie in puncto Lederpflege beachten müssen, ob Sie bei der Lederpflege Hausmittel benutzen dürfen und auch was Leder überhaupt nicht mag. So lässt sich die Lebensdauer Ihrer Lieblingsstücke aus Leder deutlich verlängern.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Grundsätzlich ist Leder ein robustes Naturprodukt, das atmungsaktiv, robust und schmutzabweisend ist.
  • Imprägnieren Sie Ihre Lederprodukte: Das schützt vor Nässe und Schmutz
  • Wichtig: Achten Sie bei Pflege und Reinigung auf den Ledertyp - hier gibt es große Unterschiede!
  • Lieber in die Reinigung als in die Waschmaschine – die meisten Lederjacken sind nicht für die Trommel geeignet
  • Mindestens so wichtig wie die aktive Pflege: Die Aufbewahrung - Jacken, Hosen und Röcke sollten z.B. immer hängen

 

 

DIE LEDERJACKE: Pflege-Tipps und Waschanleitung

Echte Lederjacken reinigen und pflegen

Für echte Lederjacken verwendete Tierarten sind oft Rind, Lamm, Schwein oder Ziege. Dies liegt daran, dass das Leder von Tieren aus der Nahrungsaufnahme verwendet wird. Freizeitjacken bestehen oft aus Lammleder, weil es sehr leicht und angenehm zu tragen ist. Ob als Rauleder oder Glattleder Jacke verarbeitet, imprägnierte Lederjacken sind wasserabweisend und damit zu einem gewissen Teil schmutzresistent. Gibt es doch mal Flecken, sollten Sie keine grobe Bürste nehmen, um das Material nicht zu beschädigen. Ein feuchter Lappen, Lederwaschmittel und vorsichtiges reiben sind der erste Schritt der Lederreinigung. Beachten Sie in jedem Fall das Pflegeetikett Ihrer Lederjacke.

Darf ich eine Lederjacke waschen und trocknen? Do’s & Dont’s:

  • Nicht in die Waschmaschine
  • Nur Wasser oder spezielles Lederwaschmittel
  • Nicht in den Trockner
  • Kein Bügeleisen verwenden
  • Nicht auf die Heizung zum Trocknen legen
  • Nicht zu langer direkter Sonneneinstrahlung aussetzen

Was passiert, wenn die Lederjacke in die Waschmaschine kommt?

Wenn Sie eine Lederjacke in die normale Wäsche geben, wird das Leder angegriffen und die Jacke würde ihre Form verlieren. Nähte könnten reißen. Grobe Lederjacken, zum Beispiel Motorradjacken, können in einigen Fällen in die Waschmaschine. Jedoch nur:

  • im Schonwaschgang,
  • bei niedrigen Temperaturen (nicht über 30 Grad),
  • ohne Schleudern,
  • mit einem besonderen Waschmittel für Leder.

In der Drogerie gibt es zwar Lederpflege-Produkte wie Sprays oder Polituren zu kaufen. Echtes Lederwaschmittel erhalten Sie hingegen vorrangig im Fachgeschäft oder online.

Wer seine Lederjacke waschen und auf Nummer sicher gehen möchte, der sollte das Kleidungsstück bei Verschmutzungen in die Fachreinigung geben. Vorbeugen mit den richtigen Lederpflege-Tipps ist hier das A und O.

Kunstleder-Jacken sind unkomplizierter in der Reinigung

Optisch ist Kunstleder in vielen Fällen kaum noch vom Echtleder zu unterscheiden. Wer sich unsicher ist, dem verrät das Etikett in der Kleidung aus welchem Material die vermeintliche Lederjacke wirklich ist. Optik und Haptik von Lederimitat Jacken sind oft sehr ähnlich zum Original, doch die Materialeigenschaften sind gänzlich unterschiedlich. Künstliche Stoffe wie PVC sind kostengünstiger und pflegeleichter.

Die richtige Pflege für Lederjacken aus PVC ist wesentlich einfacher als die für echtes Leder. Der Nachteil von Kunstlederjacken liegt oft in der fehlenden Atmungsaktivität.

Das müssen Sie bei der Lederpflege von Kunstleder beachten:

  • Kein besonderes Waschmittel notwendig,
  • Die Waschmaschine ist erlaubt,
  • Das Waschen per Hand einfach und schnell.
 

LEDERPFLEGE: FLECKEN AUS LEDER ENTFERNEN

Egal welche Art von Fleck Sie von Lederprodukten entfernen müssen, die wichtigste Frage ist zunächst, welche Art von Leder Sie reinigen möchten. Je nach Art und Beschaffenheit des Materials unterscheidet sich nämlich die beste Wahl in Bezug auf Reinigungsprodukte und Vorgehensweise.

Eine Grundregel gibt es dennoch: Benutzen Sie zur Lederreinigung nie aggressive Mittel, wie Fleckenentferner, Terpentin oder Lösungsmittel. Diese würden das Leder beschädigen. Wie bei allen Flecken, gilt übrigens auch in der Lederpflege, dass die Chance einen Fleck vollständig zu entfernen am größten ist, wenn Sie nicht zu viel Zeit verstreichen lassen. Gerade bei Leder müssen Sie bedenken, dass es sich um ein offenporiges Material handelt. Selbst überfärbtes oder imprägniertes Leder ist somit niemals völlig unempfindlich gegen Schmutz und Flecken.

Wie bekomme ich Flecken aus Leder raus? Wir haben folgende Tipps:

  • Schnell handeln
  • Nicht zu viel und zu stark reiben
  • Lösungsmittelhaltige Produkte vermeiden
  • Zunächst an einer kleinen, versteckten Stelle testen, ob Ihr Pflegemittel das Leder verändert
  • Unterschiedliche Lederarten brauchen unterschiedliche Pflege
  • Hausrezepte sind oft mehr Mythos als Wahrheit
  • Im Zweifel in die Reinigung geben

Lederpflege Hausmittel

Wenn Sie ihr Leder waschen wollen, können Sie auch auf folgende Hausmittel zurückgreifen:

  • Taschentuch & Küchenpapier:

    Bei frischen Flecken, die durch Flüssigkeit oder Fett entstanden sind, sollten Sie sofort versuchen, den Fleck mit einem Taschentuch oder Küchenpapier zu behandeln und so Feuchtigkeit aus dem Material zu ziehen.
  • Gallseife & Wollwaschmittel:

    Danach können Sie Glattleder mit etwas warmen Wasser und einem enzymhaltigen Wollwaschmittel bearbeiten. Auch Gallseife ist ein gutes Mittel, um Glattleder zu reinigen. Gehen Sie vorsichtig vor und betupfen (Vorsicht: Bitte niemals reiben!) Sie den Fleck mit einem sauberen Tuch.
  • Trockenshampoo:

    Für Wild- oder Rauleder kann auch Trockenshampoo ein gutes Mittel zur Reinigung sein. Diese Lederarten sind offen und sollten deswegen nie direkt mit Wasser behandelt werden. Sprühen Sie den Fleck ein und bürsten Sie das Shampoo anschließend ganz vorsichtig wieder aus.
  • Stärkemehl & Babypuder:

    Weitere Hausmittel, die zur Reinigung von Wildleder oft empfohlen werden, sind Stärkemehl oder Babypuder.
  • Lederbürste:

    Kleine Verunreinigungen und Wasserflecken auf Rauleder können Sie auch mit einer speziellen Lederbürste entfernen. Bürsten sie dabei zunächst mit dem Strich und anschließend dagegen. So richten Sie die Lederfasern nach der Reinigung wieder auf und das Material behält seine schöne Optik.
  • Leder in der Dusche:

    In regelmäßigen Abständen können Sie Ledergürtel oder Kleidungsstücke aus Leder nach dem Duschen auch im Bad aufhängen. Durch den warmen Wasserdampf nimmt das Leder etwas Feuchtigkeit auf und wird dadurch mit der Zeit nicht spröde und unschön.
 

LEDER IMPRÄGNIEREN - DAMIT NÄSSE KEINEN SCHADEN ANRICHTET

Leder ist zwar ein äußerst robustes Naturmaterial, Wasser und Feuchtigkeit können ihm aber schnell zusetzen. Durch Imprägnieren schützen Sie Ihre Lederprodukte vor eindringender Nässe und auch vor Schmutz. Nicht nur Schuhe, sondern alle Lederwaren, auch Bekleidung und Taschen, sollten Sie bereits vor dem ersten Tragen sorgfältig mit einem hochwertigen Imprägniermittel, das zur Lederpflege empfohlen wird, einsprühen.

Achten Sie außerdem darauf, Leder vor zu intensiver Sonneneinstrahlung zu schützen. Natürlich bedeutet das nicht, dass Sie Ihre Lieblingsledertasche bei strahlendem Sonnenschein nicht benutzen können. Lassen Sie ihr Lederteil im Alltag aber nicht über Stunden in der prallen Sonne liegen. Dann würde das Material ausbleichen.

Leder ist zwar wind- und wetterfest, aber selbst mit Imprägnierung ist es als reiner Regenschutz nicht zu empfehlen. Doch keine Sorge, falls Sie zwischendurch in Ihrer Lederjacke vom Regen überrascht werden. Sind Lederprodukte einmal nass geworden, sollten Sie diese:

  • an einem luftigen Ort bei Zimmertemperatur trocknen lassen.
  • auf keinen Fall zu nah an einer Heizung aufhängen, denn die heiße Luft lässt das Leder schnell hart und brüchig werden.

Die richtige Lederpflege ist umso wichtiger, da Schäden durch Nässe oder Licht bei Leder leider irreparabel sind. Frischen Sie die Imprägnierung übrigens in regelmäßigen Abständen auf. Experten für Lederpflege empfehlen hierfür ein Minimum von einem Mal pro Jahr.

 

Kann ich Leder bügeln?

Auch wenn Leder ein sehr festes, grundsätzlich formstabiles Material ist, kann es zum Beispiel auf Reisen vorkommen, dass Ihre Lederbekleidung stark verknittert. Auch hier können Sie zunächst unseren „Badezimmer-Tipp“ – siehe oben – anwenden. Meist reicht die Kombination aus Wasserdampf und Aushängen schon, um Leder wieder glatt zu bekommen. Sind die Falten jedoch sehr hartnäckig, versuchen Sie zunächst, das Leder vorsichtig mit einem Fön zu erwärmen, glatt zu ziehen und anschließend auf einem Bügel aushängen zu lassen. Achten Sie aber unbedingt darauf, hier nur mit milder Hitze vorzugehen.

  • Wasserdampf:
    Auch hier können Sie zunächst unseren „Badezimmer-Tipp“ – siehe oben – anwenden. Meist reicht die Kombination aus Wasserdampf und Aushängen schon, um Leder wieder glatt zu bekommen.
  • Föhnen und aufhängen:
    Sind die Falten jedoch sehr hartnäckig, versuchen Sie zunächst, das Leder vorsichtig mit einem Fön zu erwärmen, glatt zu ziehen und anschließend auf einem Bügel aushängen zu lassen. Achten Sie aber unbedingt darauf, hier nur mit milder Hitze vorzugehen.
  • Kalt bügeln:
    Verschwinden die Falten so immer noch nicht, können Sie Glattleder auch bügeln. Allerdings ohne Dampf und immer mit Bügeltuch. Stellen Sie das Bügeleisen auch keinesfalls zu heiß ein. Stufe zwei ist hier das Maximum an Hitze.
  • Regelmäßige Lederpflege:
    Anders verhält es sich leider mit Falten, die durch regelmäßiges Tragen entstehen. Diese lassen sich auch mit gewissenhafter Lederpflege niemals ganz verhindern und auch nicht durch Bügeln entfernen. Wir finden aber, eine gewisse Patina gehört bei Lederprodukten einfach dazu und erhöht gerade bei Stücken wie den angesagten Bikerjacken sogar noch den Coolness-Faktor.
 

Wann sollte ich Leder in die Reinigung geben?

Auch wenn Sie kleine Flecken dank unseren Tipps nun ganz einfach zuhause behandeln können, sollten Sie Lederprodukte niemals in die Waschmaschine geben. Eine komplette Wäsche im klassischen Sinne sollten Sie immer vom Fachmann in der Reinigung durchführen lassen. Eine professionelle Lederreinigung hilft übrigens auch unschöne Gerüche aus dem Material zu entfernen. Sie ist somit die perfekte Ergänzung zur Lederpflege zuhause.

 

Lederpflege: Leder geschmeidig machen

Gewissenhafte Lederpflege wie regelmäßiges Imprägnieren schützt zwar vor Nässe, sie kann jedoch nicht verhindern, dass sich Ihre Lederprodukte durch häufiges Tragen abnutzen, das Material mit der Zeit härter wird und an natürlichem Glanz verliert. Um dem entgegenzuwirken, haben wir einige Tipps, die Sie beachten können:

  • Sprays & Co.:

    Im Fachhandel finden Sie spezielle Mittel zur Lederpflege, die das Leder schützen und es weich und geschmeidig halten. Die Auswahl an Sprays, Ölen, Bürsten & Co ist groß. Lassen Sie sich deswegen am besten direkt beim Kauf beraten, welche Mittel Sie zur Lederpflege verwenden können. Viele Premium-Marken bieten inzwischen sogar eigene Pflegemittel an, die dann optimal auf das verarbeitete Leder abgestimmt sind. Veloursleder sollten Sie nur mit einem entsprechenden Pflegespray behandeln.

  • Ledertyp ist relevant:

    Bei der Lederpflege ist es ebenfalls wichtig zu wissen, aus welcher Lederart ein Produkt hergestellt wurde, denn die unterschiedlichen Ledertypen verlangen nach verschiedener Pflege.

  • Feuchter Schwamm & Nässe:

    Glattes Leder können Sie beispielsweise problemlos mit einem feuchten Schwamm vorsichtig abreiben, da es Nässe nicht unmittelbar aufnimmt. Auch Pflegeprodukte können Sie bei dieser Lederart bedenkenlos mit einem weichen Tuch auftragen und vorsichtig in das Leder reiben.

  • Lederpflegeprodukte: Milch, Fett und Öl

    Grundsätzlich empfehlen wir, jedes Pflegemittel vor der Anwendung an einer unauffälligen Stelle oder auch auf der Innenseite eines Produktes zunächst zu testen, bevor Sie das ganze Produkt damit bearbeiten.

    - Ledermilch: Wird vorranging zur Pflege von Autoleder und Möbelleder verwendet.

    - Lederfett: Die starke Rückfettung eignet sich bei Satteln und älteren Ledermaterialien im Auto oder bei Möbeln.

    - Lederöl: Schuhe und Sattel können Sie damit gut pflegen.

    - Pflegecreme: Wird vor allem bei Schuhen angeboten
 

Wie sollte ich Leder am besten aufbewahren?

Zu einer umfassenden Lederpflege gehört nicht nur, das Material regelmäßig mit den richtigen Pflegemitteln zu behandeln. Auch die sogenannte ‚passive Lederpflege’ – zu der auch die Aufbewahrung zählt - ist wichtig, damit Ihre Lederprodukte lange schön bleiben. Leder braucht Luft zum Atmen, sollte nach Möglichkeit nicht gefaltet und auch niemals in Plastik verpackt werden.

  • Jacken, Hosen & Röcke richtig aufbewahren:

    Bewahren Sie Jacken, Hosen und Röcke aus Leder im Idealfall immer hängend auf. Um Druckstellen durch Bügel zu vermeiden, können Sie kleine Schaumgummistücke zwischen Bügelklammer und Bekleidung geben. Achten Sie auch darauf, immer einen Bügel in der richtigen Größe zu verwenden, damit Lederjacken lange in Form bleiben. Zu breite, aber auch zu schmale Bügel, sorgen für unschöne Beulen im Armkugel- oder Schulterbereich.

  • Lederschuhe lagern:

    Schuhe aus Leder sollten Sie mit einem Schuhspanner ausstatten, damit sie dauerhaft ihre Form behalten und auch in Zukunft passen.

  • Ledertasche aufbewahren:

    Ledertaschen lassen sich gut in einem Stoffbeutel aufbewahren. Hier sind sie optimal vor Staub, Feuchtigkeit und Sonne geschützt. Viele namhafte Hersteller liefern deswegen einen solchen Schutzbeutel beim Kauf bereits mit. Ein ausrangierter Kopfkissenbezug leistet aber fast genauso gute Dienste.