Auch die Business-Mode für Herren hat in den letzten Jahren ein Upgrade in Sachen Zeitgeist erfahren dürfen. Zwar sind die Anzüge nach wie vor bevorzugt dunkelblau oder anthrazitgrau, doch etwas Farbe durfte dennoch Einzug in seriöse Kleiderschränke halten. Und welche Accessoires wären besser dafür geeignet, um sich modisch ein wenig hervorzutun, als Krawatten? Es gibt deshalb kaum Farben – abgesehen vielleicht von grellen Neontönen – die hier als absolute No-Gos gelten. Dafür gibt es einige andere, die sich besonderer Beliebtheit erfreuen, obwohl oder gerade weil sie keine typisch maskulinen Farben repräsentieren. Mint ist bei Krawatten ein solcher Favorit – aus gutem Grund.
Mint ist nicht die einzige Bezeichnung für diesen Farbton, der irgendwo zwischen Grün und Grau, wahlweise mit einem kühlen Blaustich darin, angesiedelt ist. Auch Umschreibungen wie „Aqua“ und „Lindgrün“ können ein und dieselbe Farbe meinen. Doch Vorsicht: Mintgrün mag auf den ersten Blick wie ein sanfter, adretter Pastellton wirken. Doch der graue Unterton kann durchaus eine kontrastreiche und sehr maskuline Wirkung an den Tag legen. Am besten zur Geltung kommt dieser stylishe Kunstgriff natürlich dann, wenn die Krawatte unifarben ist. Darf es etwas mehr modische Finesse sein, empfehlen sich Krawatten mit Mikroprints oder dezenten Streifen.
Mutige und Trendsetter hingegen greifen zu Mint Krawatten, die diesen Farbton in verschiedenen Schattierungen wiedergeben und somit eindeutig und buchstäblich Farbe bekennen. Farbige Krawatten und Fliegen können sich jedoch in der Business-Welt als schmaler Grat erweisen. Ob sie als Zeichen von Stilbewusstsein und Trendgespür wahrgenommen werden oder nicht, hängt stets vom Gesamtpaket ab, welches das Outfit von Kopf bis Fuß auszeichnet. Tatsächlich können Krawatten, die sich aus dem Mainstream traditioneller Farbpaletten hervorwagen, ein echter Glücksgriff für einen gelungenen Auftritt sein. Vor allem dann, wenn sie von edler Qualität – etwa aus Seide – sind.
Fällt die Wahl auf die Farbe Mint für Krawatten, ist – was das restliche Outfit betrifft – Understatement geboten. Diese Farbe ist ein Eyecatcher, kein distinguierter Nebendarsteller, der kaum wahrgenommen wird. Das Hemd sollte daher bevorzugt weiß sein. Maximal schlichte Button-Down-Varianten mit einem leichten Grau- oder Silberton können neben einer mintgrünen Krawatte gut bestehen. Auch beim weißen Einstecktuch empfiehlt sich in diesem Fall das „Weniger ist mehr“-Prinzip. Dieses schicke Accessoire geht dann lieber Ton in Ton mit dem Hemd und erstrahlt in neutralem Weiß.
Besonders schicke Kombinationen ergeben sich rund um eine Krawatte in Mintgrün mit Anzügen in einem hellen Grauton. Bei Zwei- oder Dreiteilern in Schwarz oder Dunkelblau ist von pastelligem Grün lieber abzuraten. Dafür kann sich ein klassisches Accessoire über ein gelungenes Revival freuen, sobald der Farbton „Mint“ ins modische Spiel kommt. Eine Krawattennadel aus Weißgold, Platin oder Silber kann den kühlen Glanz dieses smarten Farbenspiels gekonnt unterstützen. Wer diesen gepflegten Retro-Style liebt, trägt die passenden silbernen Manschettenknöpfe dazu. Schon ist optisch alles im grünen Bereich.