Mann und Frau in Batik Loungewear

DIY Batik Technik

So machen Sie den Trend-Look selbst

Die Batik Technik gehört zu den ältesten Färbeverfahren überhaupt und wurde bereits vor rund 1000 Jahren in Indonesien eingesetzt, um kunstvolle Effekte zu erzielen. Nachdem sich schon die Hippies in den 60er und 70er-Jahren in die farbenfrohen Muster verliebt hatten, sind Batik Techniken in der Mode aktuell wieder extrem angesagt: Kleidungsstücke, die Sie mit der richtigen Batik Technik selber einfärben, sind individuelle Unikate und perfekt für einen sommerlichen Urlaubs-Look oder ein tolles Outfit für das nächste Festival.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Sie können die Batik Technik zu Hause an Kleidungsstücken wie Sweatshirts, T-Shirts oder Pareos anwenden
  • Achten Sie dabei auf natürliche Stoffe wie Baumwolle oder Leinen, da diese die Farbe viel besser aufnehmen
  • Verwenden Sie nachträglich ein Fixiermittel, um den Effekt zu versiegeln
  • Auch Batik Techniken mit mehreren Farben sind möglich
  • Die Dip-Dye Batik Technik ist eine dezente Möglichkeit, den Trend auszuprobieren

Einfache Batik Technik in 9 Schritten

In unserem DIY-Tutorial verraten wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Textilien von T-Shirt bis Kissenbezug eine ganz neue, trendige Optik verleihen können. Mit verschiedenen Batik Techniken können Sie einzigartige Farbeffekte kreieren. Bei jeder Anwendung entstehen andere Muster, Formen und Verläufe, sodass ein Teil dem anderen niemals völlig gleichen wird.

Das brauchen Sie:
  • Batik Textilfarbe: Im Fachhandel finden Sie eine große Auswahl an verschiedenen Textilfarben bzw. Färbesalzen, die speziell für die Batik Technik vorgesehen sind.
  • Fixiermittel
  • Textilien Ihrer Wahl
  • Ungefärbte Kordel, Bindfaden oder Gummibänder
  • Plastikeimer, Plastikwanne o.ä. mit etwa 5 Litern Volumen
  •  Ein Paar Plastikhandschuhe

Schritt 1: Wählen Sie den richtigen Stoff

Bevor Sie mit dem eigentlichen Färben beginnen können, sollten Sie sich überlegen, welche Kleidungsstücke Sie durch Batik Technik verschönern möchten und welche Materialien Sie dafür verwenden wollen. Gut geeignet sind Sweatshirts, T-Shirts oder Socken, aber auch Bettbezüge, Stoffbeutel oder leichte Pareos, die Sie als Strandtuch verwenden können.

Wie Sie sich vorstellen können, sind weiße Kleidungsstücke die beste Wahl für ein gelungenes Ergebnis, denn so kommen die Batikfarben besonders gut zur Geltung. Dunkle Stoffe, die nur noch wenig Farbe annehmen würden, sind eher nicht geeignet. Wir empfehlen außerdem die Verwendung von Naturfasern wie 100 % Baumwolle oder Leinen. Speziell Baumwolle saugt die Farben sehr gut auf und behält sie auch nach mehreren Wäschen. Bei anderen Stoffen besteht die Gefahr, dass die Farbe schnell verblasst oder – bei synthetischen Geweben - überhaupt nicht haftet.

Schritt 2: Kleidung vorwaschen

Besonders wenn Kleidung nicht brandneu ist, sollten Sie alle Teile, die Sie batiken möchten, gründlich in heißem Wasser waschen. Dadurch wird sichergestellt, dass alle Rückstände von Schweiß, Öl oder anderen Verschmutzungen vollständig herausgewaschen werden.

Schritt 3: Bereiten Sie Ihre Arbeitsfläche vor

Batikfarbe färbt dauerhaft. Decken Sie Ihren Arbeitsbereich also entsprechend mit mehreren Zeitungsblättern, einer großen Mülltüte oder einer Plastiktischdecke bzw. -Plane ab, um ihn vor Farbspritzern zu schützen. Ziehen Sie etwas Altes an, das eventuell auch ein paar Flecken abbekommen darf und tragen Sie auf jeden Fall ein Paar Gummihandschuhe, um Hände und Nägel zu schützen. Außerdem empfehlen wir Ihnen, die Batik Technik bei geöffnetem Fenster durchzuführen, da die Farbstoffe oft einen stechenden Geruch haben. Alternativ können Sie Ihr Batik-Projekt bei gutem Wetter natürlich auch ganz nach draußen verlegen.

Schritt 4: Entscheiden Sie sich für eine Batik Technik

Es gibt viele verschiedene Techniken, wie Sie ein Kleidungsstück batiken können. Die einfachste Methode ist beispielsweise ein T-Shirt von der Mitte aus zusammenzudrehen, bis es dicht und spiralförmig aufgewickelt ist und es anschließend mit Bindfaden oder auch mit Gummibändern zu fixieren. So entsteht das typische Kreismuster, das allgemeinhin mit Batik Technik gleichgesetzt wird. Für eine zartes 'Aquarell'-Finish, binden und knoten Sie den Stoff nur leicht zusammen, damit die Farbe soft in die Knoten übergehen und ineinander verlaufen kann. Noch einfacher ist es, den Stoff einfach wild zusammen zu knittern und dann zu fixieren. Natürlich wird dabei auch das Ergebnis weniger vorhersehbar. Lassen Sie sich einfach überraschen und scheuen Sie keine Experimente!

Daneben gibt es aber auch traditionelle Methoden, die schon seit Hunderten von Jahren angewandt werden. Dazu gehören die indonesische Plangi-Technik, bei der Wachs verwendet wird, um Muster zu erzeugen, die japanische Shibori-Technik, bei der durch exaktes Falten oder sogar Abnähen des Stoffes klare, geometrische Muster entstehen oder auch eine indische Batik Technik namens Leheriya, bei der der Stoff erst diagonal gedreht und dann mit einem Seil umwickelt wird, damit sich ein Streifenmuster bildet.

Schritt 5: Textilien einweichen

Vor dem Färben sollten Sie alle Kleidungsstücke in warmem Wasser für etwa 20 Minuten einweichen, damit die Fasern bereit sind, die Batikfarbe aufzunehmen.

Schritt 6: Bereiten Sie die Batikfarbe vor

Während die Textilien einweichen, können Sie die Farbstoffe vorbereiten. Für jede Farbe, die Sie für Ihre Batik Technik nutzen möchten, brauchen Sie einen separaten Behälter. Füllen Sie den Behälter mit heißem, aber nicht kochendem Wasser. Die Menge von Wasser und Batikfarbe hängt von der Menge der Textilien ab, die Sie batiken möchten. Die Textilien sollten komplett mit Wasser bedeckt sein. Wie viel Farbe Sie benötigen, liegt ebenfalls an der Menge der Kleidung. Lesen Sie dazu die Anweisungen auf der Packung durch. Hier gibt Ihnen der Hersteller genaue Angaben, für welches Gewicht an Stoffmaterial der Packungsinhalt vorgesehen ist. Geben Sie die Batikfarbe in das Wasser und rühren Sie das Ganze gut um, bis sich die Farbe vollständig verteilt hat. Fügen Sie bei Bedarf noch etwas Salz oder Essig in das Wasser, damit die Farbe besser auf dem Stoff haftet. Lesen Sie aber in jedem Fall vorher sorgfältig die Hinweise auf der Packung. Jede Farbenmarke ist anders, sodass Sie möglicherweise keines von beidem hinzufügen müssen.

Schritt 7: Batikfarbe einwirken lassen

Legen Sie die vorbereiteten Kleidungsstücke nun in das Farbbad. Dabei bitte die Gummihandschuhe nicht vergessen! Grundsätzlich gilt die Regel: Je länger Sie die Batikfarbe einweichen lassen, desto dunkler wird Ihr Kleidungsstück. Denken Sie auch daran, dass der Stoff nach dem Trocknen wieder ein paar Nuancen heller sein wird. Nach etwa einer Stunde sollte der volle Färbegrad erreicht sein. Nehmen Sie die Textilien aus dem Bad und lassen Sie die Farbe gut abtropfen.

Schritt 8: Fäden abtrennen

Schneiden Sie die Fäden oder Gummibänder auf und spülen Sie den Stoff unter laufendem, warmem Wasser aus, während Sie ihn ausrollen. Nachdem Sie das Kleidungsstück vollständig entrollt haben, spülen Sie es erneut mit kaltem Wasser aus. Sobald das Wasser klar ist, also sobald keine Farbrückstände mehr austreten, wringen Sie den Stoff gut aus. Sie können das fertig gebatikte Teil nun zunächst einfach trocknen lassen.

Schritt 9: Die Batikfarbe fixieren

Aber aufgepasst: Die gefärbten Textilien sind noch nicht für die Maschinenwäsche geeignet! Zur Verbesserung der Farb- und Waschechtheit können Sie ein spezielles Fixiermittel für Batikfarben verwenden. Um Ihre Textilien damit zu bearbeiten, geben Sie diese am besten erneut in den Behälter, den sie zum Färben benutzt haben. Dieser muss vorher natürlich gründlich gereinigt und von allen Farbrückständen befreit worden sein. Füllen Sie warmes Wasser ein und geben Sie nun das Fixiermittel dazu. Legen Sie die gebatikten Textilien ins Wasser, sodass sie vollständig bedeckt sind und rühren Sie das Ganze noch ein paar Mal um. Lassen Sie das Fixiermittel etwa 15 Minuten einwirken.

Um ganz sicherzugehen, dass Ihre frisch gebatikten Kleidungsstücke nicht mehr abfärben, empfehlen wir, sie in der ersten Maschinenwäsche separat zu waschen. Nach der ersten Wäsche sollten Sie sie dann ganz normal mit anderen farbigen Kleidungsstücken waschen können.

Batik Technik mit mehreren Farben

Natürlich können Sie auch mehrere Farben für einen kreativen Batik-Look verwenden. Die Batik Technik dahinter ist gleich, nur müssen Sie jede einzelne Farbe in einem separaten Behältnis anmischen. Besonders praktisch sind kleinere Plastik- oder Glaskannen, mit denen Sie die Farbe gezielt ausgießen können. Gießen Sie die gewünschten Farben auf die Vorder- und Rückseite der Textilien. Bitte beachten Sie, dass sich beim Vermischen verschiedener Farben auf dem Stoff auch neue Farben bilden können. Doch genau das macht den Charme dieser Batik Technik aus. Auch hier lassen Sie die Farben für volle Intensität etwa eine Stunde einwirken. Anschließend wie oben beschrieben ausspülen und weiter behandeln.

Batik Technik für den Dip-Dye-Effekt

Wenn Ihnen wilde Farbmischungen und Muster zu wild sind, ist vielleicht das sogenannte Dip-Dye Verfahren die richtige Batik Technik für Sie. Das Ergebnis ist softer und dezenter, da nur mit einer Farbe gebatikt wird und ein weicher Verlauf entsteht, indem nur ein Teil der Textilien in das Farbbad getaucht wird.

Bei dieser Batik Technik drapieren Sie den Stoff über eine Kante des Färbebads, sodass nur der Teil, den Sie färben möchten, in der Farbe liegt. Dadurch entsteht eine deutliche Linie zwischen dem gefärbten und dem ungefärbten Teil, beispielsweise bei einem T-Shirt, das Sie nur am unteren Saumende einfärben. Befestigen Sie den Stoff gegebenenfalls mit Wäscheklammern am Rand des Farbbads, damit er nicht herunter rutscht. Wenn Sie einen Verlaufseffekt wünschen, bewegen Sie den Stoff etwas auf und ab. Dadurch entsteht eine weichere Linie zwischen dem gefärbten und dem ungefärbten Teil, ähnlich einer Ombré-Optik.