WOLLE WASCHEN:
SO BLEIBEN IHRE STRICKSACHEN LANGE SCHÖN

Ein Blick auf die aktuellen Außentemperaturen macht klar: Die Sweater-Saison ist definitiv eröffnet! Es gibt ja eigentlich auch nicht Schöneres, als sich bei eisigen Temperaturen in weiche Wolle einzukuscheln. Damit die Form Ihres liebsten Winterpullis erhalten und die Farbe lange leuchtend bleibt, kommt es allerdings auf die richtige Pflege der Wolle an. Denn gerade die besonders hochwertigen Fasern wie Alpaka, Merino oder Kaschmir haben zwar einen sehr guten Wärmerückhalt - vom luxuriösen Griff ganz zu schweigen - sind aber nicht immer ganz pflegeleicht.

Wie behandelt man die empfindliche Maschenware also am besten? Wie und wie oft sollte man Wolle überhaupt waschen? Und was müssen Sie beim Aufbewahren Ihrer Wollstücke beachten? Wir verraten Ihnen alles über die richtige Pflege, so dass von jetzt an beim Wolle waschen nichts mehr schief gehen kann.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Jede Wollfaser reagiert empfindlich auf Nässe: Bei falschem Waschen kann Wolle also stark einlaufen oder verfilzen
  • Nur in einer Waschmaschine mit Wollwaschgang waschen, ansonsten mit Handwäsche bei maximal 30 Grad und ohne reiben und auswringen
  • Achtung: nur Wollwaschmittel verwenden und auf Weichspüler verzichten, um die Struktur der Wollfasern zu beschützen
  • Wollkleidung zum Trocknen aufhängen? Lieber nicht, denn nasse Wolle ist sehr schwer und kann sich verformen. Daher lieber im Liegen trocknen - dies gilt auch später für die Aufbewahrung im Schrank.

 

 

Vor dem Waschen - das sollten Sie über Wolle wissen

Herbst und Winter ohne Wolle? Das möchten wir uns gar nicht vorstellen. In der kalten Jahreszeit hat Strick Hochsaison. Nicht nur Pullis und Cardigans, auch Mützen, Handschuhe, Schals und Socken gehören zu unseren liebsten Winter-Wärmern, ohne die wir das Haus nicht verlassen möchten. Was die Pflege angeht, können die warmen Lieblingsteile aber manchmal recht anspruchsvoll sein. Warum ist das so? Wolle ist ein Naturprodukt und tierischen Ursprungs. Das heißt, das Wollgarn, aus dem Ihre Pullover und Co. gestrickt werden, wird aus dem Fellhaar von Schafen, Ziegen, Kaninchen oder Alpakas gewonnen.

Jede Wollfaser ist - ähnlich wie das menschliche Haar - von einer Schuppenschicht umschlossen, die empfindlich auf Nässe reagiert. Diese Beschaffenheit macht das richtige Waschen von Wolle nicht unbedingt einfacher. Wenn sie nicht richtig gewaschen wird, kann Wolle daher zum Beispiel stark einlaufen oder bei zu starker Reibung unschön verfilzen.

 

ACHTEN SIE BEI WOLLE IMMER AUF DEN RICHTIGEN WASCHGANG

Trotz aller Empfindlichkeit von Wolle, dürfen Sie sich jetzt über eine richtig gute Nachricht freuen. Edle Wolle mag sensibel sein, trotzdem können Sie sie in der Waschmaschine waschen. Zwar empfehlen viele Hersteller im Pflegeetikett die Handwäsche, generell ist das Waschen in der Maschine jedoch viel effektiver und auch schonender. Dazu müssen Sie eines aber immer beachten: Strickwaren aus Wolle dürfen nur in einer Maschine mit Wollwaschprogramm gewaschen werden. Dieser Waschgang ist schonend, wäscht ohne starke Bewegung der Waschmaschinentrommel und ohne abschließenden Schleudergang. So wird das Aufrauen der Fasern verhindert.

Wenn Ihre Maschine nicht über ein spezielles Programm für Wolle verfügt, sollten Sie das Risiko nicht eingehen und lieber doch von Hand waschen. Auch hier haben wir einige Tipps für Sie: Achten Sie auf die richtige Wassertemperatur – bitte nie sehr heißes, sondern nur mäßig warmes Wasser verwenden. Es sollte nicht wärmer als 30 Grad sein. Wolle darf bei der Handwäsche auch auf keinen Fall gerieben oder ausgewrungen werden, denn auch das würde der Faserstruktur schaden.

Eine Sonderstellung unter den Wollfasern nimmt Kaschmir ein. In unserem Ratgeber zum Thema Kaschmir waschen und pflegen finden Sie alle Informationen und Pflegetipps.

 

WELCHES WASCHMITTEL SOLL ICH VERWENDEN, UM WOLLE ZU WASCHEN?

In Sachen Waschmittel sollten Sie Folgendes beachten: Unter der schuppenartigen Oberfläche der Wolle liegen von Natur aus Luft und Fett. So entsteht der isolierende und wärmende Effekt, den wir so lieben. Falsches Waschmittel kann hier großen Schaden anrichten. Es würde der Wollfaser das Fett entziehen, die Luft würde unter den Fasern verschwinden und die Schuppen an der Oberfläche würden sich verhaken. In anderen Worten: Ihr schöner Wollpullover würde verfilzen.

Deshalb dürfen Sie beim Waschen immer nur Wollwaschmittel verwenden. Denn Voll- und Color-Waschmittel sind für robustere Textilien und höhere Waschtemperaturen entwickelt worden und für das Waschen von Wolle ungeeignet. Sie wirken alkalisch und können die Eiweißmoleküle der sensiblen Wollfasern aufspalten. Im schlimmsten Fall könnten so sogar Löcher entstehen. Wollwaschmittel dagegen hat einen neutralen pH-Wert, der die Struktur der Wollfasern schützt.

Auch auf Weichspüler sollten Sie verzichten– durch ihn verliert die Wollfaser an Spannkraft. Sie möchten Ihren Wollteilen aber ein paar zusätzliche Pflegeeinheiten gönnen? Dann greifen Sie hin und wieder zu speziellen Wollspülungen aus dem Fachhandel, die natürliches Lanolin, also Wollwachs, enthalten. Diese wirkt rückfettend und erhält die Wollstruktur. Wenn Sie Ihre Wolle von Hand waschen, geben Sie einen Schuss Essig ins Wasser. Er kräftigt die Farben und bringt sie zum Leuchten.

 

Wie oft sollte ich Wolle waschen?

Gut zu wissen: Es muss nicht immer die Waschmaschine sein. Da Wolle ein empfindliches Material ist, sollten Sie Ihre Pullover, Strickjacken und Wollschals grundsätzlich eher selten waschen. Auf keinen Fall nach jedem Tragen! Bei hochwertigen, reinen Wollprodukten, wie Alpaka, Merino und reiner Schurwolle, können Sie den natürlichen Selbstreinigungseffekt nutzen, denn die Wollfasern sind von Natur aus mit schmutz- und geruchsabweisenden Eigenschaften ausgestattet. Unerwünschte Gerüche und auch Falten verschwinden über Nacht, wenn Sie das gute Stück in einem leicht feuchten Raum, wie dem Badezimmer, auslüften.

 

Was kann ich gegen Flecken tun?

Fettflecken auf Wolle sollten Sie so schnell wie möglich behandeln. Am besten in der Apotheke und im Drogeriemarkt erhältliches Talkum-Puder aus geriebenem Speckstein auf den Fleck streuen – aber bitte auf keinen Fall in die Wolle einreiben! – und nach kurzer Einwirkzeit mit einer weichen Bürste entfernen. Bei hartnäckigen Flecken, wie etwa von Kaffee und Rotwein, muss Ihre Strickware allerdings zügig gewaschen werden.

 

Nach dem Waschen: Trocknen Sie Wolle bitte immer liegend

Wollfasern nehmen beim Waschen – egal ob von Hand oder in der Waschmaschine - sehr viel Wasser auf. Das Resultat? Nach dem Waschen sind Pullover, Cardigans oder Strickkleider aus Wolle sehr viel schwerer, als im trockenen Zustand. Bitte deswegen niemals auswringen und hängend trocknen.

Damit Ihre Strickkleidung die Form behält, sollten Sie die einzelnen Teile nach dem Waschen zunächst auf einem großen Frotteetuch ausbreiten und dann vorsichtig zusammenrollen. So wird überschüssiges Wasser aufgesaugt. Falls nötig, können Sie das Strickteil jetzt behutsam in Form ziehen. Im Anschluss sollten Sie die Wollwaren ausbreiten und im Liegen trocknen lassen.

TIPPS

Wolle bügeln

Bügeln ist bei Wolle in der Regel nur selten notwendig. Normalerweise fällt Wolle nach dem Trocknen weich und knitterfrei. Falls Sie Ihre Wollteile bügeln, darf das Bügeleisen dabei nicht zu heiß werden. Stellen Sie es höchstens auf Stufe 2 ein. Strickwaren sollten außerdem nur von links, mit einem feuchten Tuch und Dampf gebügelt werden. Auch hier gilt es starke Reibung zu vermeiden – setzen Sie das Bügeleisen stattdessen immer wieder neu mit leichtem Druck auf.

 

Was tun bei Pilling?

Als Pilling bezeichnet man die Bildung der lästigen Knötchen, die beim Tragen von Wolle aus losgelösten Fasern entstehen. Pilling entsteht immer dort, wo das Material durch Bewegungen starker Reibung ausgesetzt ist. Deswegen lässt sich Pilling auch leider niemals ganz vermeiden. Sie können Ihre Strickware vor dem ersten Tragen jedoch mit einer Fusselrolle oder -bürste behandeln. So wird zumindest ein Teil der losen Fasern direkt an der Oberfläche eingesammelt und kann beim Tragen nicht verknoten.

Sind die Knötchen aber erst einmal da, entfernen Sie diese am besten mit einem Fusselrasierer. Den erhalten Sie in Stoffgeschäften oder auch bei Haushaltswarenanbietern. Vorsicht mit Rasierklingen: Mit ihnen schneidet man die Fasern leicht durch. Schonender ist es, das Pilling per Hand zu entfernen. Hochwertige langhaarige Wolle – etwa Angora oder Mohair – fusselt häufig, wenn das Kleidungsstück noch neu ist. Der Grund dafür: feine Fasern, die sich beim Stricken gelöst haben, fallen nach und nach ab. Das lästige Fusseln der Wolle lässt aber nach den ersten Waschgängen von selbst nach.

 

So bewahren Sie Wolle richtig auf

Damit Kleidungsstücke aus Wolle lange ihre Form behalten, ist es wichtig, dass sie richtig aufbewahrt werden. Genau wie beim Trocknen gilt auch hier: besser liegend statt hängend. Da Wolle relativ schwer ist, würden sich Ihre Strickpullis auf einem Bügel in die Länge ziehen und mit der Zeit unschöne Beulen kriegen. Deswegen lieber locker gefaltet in den Kleiderschrank legen.

Apropos Kleiderschrank: Damit sich Ihre Wollwaren diesen nicht mit den Motten teilen müssen, empfehlen wir den Gebrauch von kleinen Lavendel-, Rosmarin- oder Zedernholzbeuteln, die Sie zwischen die Kleidungsstücke legen oder einfach mit in den Schrank hängen. Motten reagieren sehr sensibel auf den Geruch und werden so in die Flucht geschlagen, bevor sie kleine Löcher in die Wolle fressen können.

Wechseln Sie die Beutel alle zwei bis drei Monate aus, damit die Wirkung mit der Zeit nicht nachlässt. Wenn Sie bei ganz besonderen Lieblingsstücken auf Nummer sicher gehen möchten, können Sie Ihre Strickwaren auch in Zeitungspapier einschlagen. So haben die Motten keine Chance zuzubeißen.