Mann und Frau lernen die Dresscodes
Nicole Dicke

Nicole Dicke

Dresscodes

Die wichtigsten Regeln und Kleiderordnungen im Überblick

Die Wahl des perfekten Outfits ist ohnehin nicht immer ganz einfach. Und wenn plötzlich der Begriff „Dresscode" im Raum steht, scheint der Druck noch höher. Schließlich ist nichts unangenehmer als vollkommen overdressed oder noch schlimmer, absolut underdressed im neuen Unternehmen, auf einem Event oder bei einem anderen formellen Anlass zu erscheinen. Welche Kleiderordnung sich hinter welchem Dresscode versteckt, verraten wir Ihnen in unserem kleinen Knigge für Kleidungsvorschriften.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Je formeller der Anlass, desto dunkler sollte Ihre Kleidung sein
  • Der Casual Friday läutet in vielen konservativen Berufsfeldern das Wochenende ein und erlaubt es vom Standard-Outfit abzuweichen
  • Business Casual ist stilvoll aber nicht allzu formell, während Smart Casual bei besonderen Unternehmens-Anlässen getragen werden sollte.
  • Black Tie ist ein sehr formeller Dresscode, der bei festlichen Abendveranstaltungen gilt
  • White Tie ist die formlichste Kleidungsordnung, die bei wichtigen Veranstaltungen mit Personen von hohem bis könglichem Rang gilt

Dresscode: Dogma oder Stil-Bekenntnis?

Um es auf den Punkt zu bringen: Ein Dresscode ist eine Kleidervorschrift. Das heißt, der leichte Beigeschmack einer Einschränkung schwingt immer mit. Dabei umgeben uns Regeln zur Kleiderordnung doch eigentlich überall im Alltag. Die Uniform des Polizisten, der Kittel des Arztes oder Ihr Party-Outfit, wenn Sie im Club an einem strengen Türsteher vorbei möchten.

Für gesellschaftliche Anlässe verhält es sich nicht anders. Zu einem gehobenen Bankett tragen die Herren aus Tradition einen Smoking, die Damen ein Abendkleid. Und in konservativen Berufen sind Anzug oder Kostüm zu formellen Business-Terminen immer noch erwünscht. Eine einfache Regel hilft Ihnen hier: Je formeller der Anlass, desto dunkler sollte Ihre Kleidung sein. Und auch, wenn sich mit der Auflehnung gegen alle Konventionen in den 60er Jahren viele Dresscodes stark gelockert haben, letztlich ist ein angemessenes Outfit, mit dem Sie zum Beispiel den Wünschen des Gastgebers folgen, auch immer eine Form der Höflichkeit. Und die kommt bekanntermaßen nie aus der Mode!

Smart oder Casual: Wann trage ich im Business was?

Smart Casual, Business Casual, Semi Formal – die diversen Dresscodes der Arbeitswelt zu verstehen, ist gar nicht mal so einfach. Denn oft sind es nur minimale Details, die den Unterschied machen.

Casual

Unter dem Dresscode Casual versteht sich ein ungezwungenes lockeres Outfit, das jedoch niemals ungepflegt wirken darf. So lässt sich bei den Damen eine Jeans mit einer Bluse, eine schicke Stoffhose mit einem hübschen Oberteil, sowie Kleider und Röcke mit bequemen Schuhen wie Ballerinas, Loafern oder Sneakers auswählen. Die Herren greifen bei der Kleiderordnung Casual gerne mal zur Chino mit Poloshirt oder einer Jeans in Kombination mit einem weißen Oberhemd. Auch hochwertige Sneakers oder sportliche Lederschuhe kommen bei Casual zum Einsatz. Abendgarderobe, High-Heels oder eine Krawatte hingegen, sind an dieser Stelle eher fehl am Platz.

Casual Friday

Der Casual Friday läutet in vielen konservativen Berufsfeldern modisch bereits seit mehr als sechzig Jahren das Wochenende ein. Dieser Tag erlaubt es Ihnen vom Standard-Outfit aus weißem Hemd, Krawatte und schwarzem Anzug abzuweichen. Klassischerweise bestimmen Freizeitsakkos, Cardigans, Poloshirts, Rollkragenpullover und Chinos diesen legeren Dresscode. Gleiches gilt für die Damen. Statt dem formellen Kostüm in gedeckten Farben können Sie am Freitag auch zu klassischen Jeans in Kombination mit Seidenbluse oder Feinstrickpullover greifen. Auch etwas mutigere Farben sind erlaubt. Achten Sie in diesem Fall aber auf klassische Schnitte: Ein elegantes Etuikleid ist zum Beispiel perfekt, um hier einen extravaganten Farbton zu wählen.

Business Casual

Unter Business Casual versteht man einen stilvollen, aber nicht übertriebenen formellen Look. Gehobener ist als die übliche Freizeitkleidung, aber dennoch entspannt. In der Regel setzen große Unternehmen, Banken oder Kanzleien bei ihren Mitarbeitenden ein gepflegtes Auftreten als selbstverständlich voraus. Business Casual ist dabei eine Art Faustregel, mit der Sie gut durch einen normalen Arbeitstag kommen. Ein legerer Anzug mit Poloshirt, Chambray-Shirt oder Rollkragenpullover oder ein sportives Sakko zur Stoffhose sind hier ideal. Auf die Krawatte dürfen die Herren auch beim Business Casual-Look verzichten. Für die Damen muss es nicht unbedingt das dunkelblaue Kostüm mit weißer Bluse sein. Eine modisch geschnittene Stoffhose, etwa als Chino oder mit Paperbag-Waist, und eine fließende Bluse oder ein schmaler Pullover wirken ebenfalls seriös und professionell.

Business Attire

Business Attire, auch als Day Informal oder Tenue de Ville bekannt, ist die gehobene Variante des Business Casual Desscodes. Für die Herren ist ein Anzug Pflicht, farblich erlaubt sind neben Schwarz und Grau jedoch auch Blau oder Braun. Ebenso sollten Sie unbedingt ein unifarbenes Oberhemd, eine dezente Krawatte und schlichte Anzugschuhe dazu tragen. Die Frauen sind in einem Hosenanzug bestens gekleidet, eine hochwertige Stoffhose mit Bluse ist aber auch noch möglich. Bei den Accessoires bitte unbedingt Zurückhaltung wahren, sprich: keine hohen Absätze, keine sichtbaren Zehen und nicht zu viel Schmuck.

Smart Casual

Diesen Dresscode wählen Sie, wenn im Job etwas Besonderes ansteht. Das kann ein wichtiger Kundentermin, eine Besprechung mit dem CEO oder natürlich auch ein Bewerbungsgespräch sein. Lassen Sie hier etwas mehr Planung und Sorgfalt in Ihr Outfit einfließen. Ein Anzug wirkt durch ein Einstecktuch und eine moderne Krawatte direkt eine Spur seriöser. Oder Sie wählen zum Etuikleid den passenden Blazer und Pumps statt flachen Schuhen. Auch ein hochgeschlossenes Seidenkleid oder eine Kombination aus Seidenbluse und Stoffhose in dezenten Farbtönen ist perfekt für ein Smart Casual-Outfit.

Business Formal

Wie der Name schon andeutet, geht es beim Dresscode Business Formal etwas formeller zu. Gefordert wird er meist in den höheren Positionen eines Unternehmens und bei Kundenkontakt. Für die Herren bedeutet das: Ein Zwei- oder Dreiteiliger Anzug mit Krawatte und glatten Lederschuhen. Farbe ist grundsätzlich erlaubt – auf wilde Muster sollte jedoch verzichtet werden. Die Frauen dürfen gerne den Hosenanzug oder das Kostüm bzw. Kleid wählen. Bitte beim Rock beachten, dass dieser knieumspielend geschnitten ist und somit nicht zu kurz getragen wird. Eine hautfarbene Strumpfhose und angemessen hohe Pumps verstehen sich dazu von selbst.

Informal

Ähnlich wie beim Dresscode Business Attire dürfen Smoking, Frack oder Abendkleid noch im Schrank gelassen werden. Trotzdem wird bei einem geschäftlichen Anlass mit der Aufforderung, sich informell zu kleiden, ausdrücklich Wert auf eine offizielle Garderobe mit gewisser Eleganz gelegt. Für die Herren heißt es also wieder Anzug und Krawatte in Schwarz oder Grau zu wählen, dazu ein unifarbenes Oberhemd und vielleicht auch mal die Manschettenknöpfe aus dem Schrank zu holen. Für die Damen bedeutet Informal ein halblanges, elegantes Kleid, ein klassischer Hosenanzug oder ein Bleistiftrock mit Bluse. Auch ein sparsamer Umgang mit Accessoires und Make-up ist angebracht.

Semi Formal

Lassen Sie sich nicht vom Namen in die Irre führen, denn Semi Formal bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, dass es nur halb so formell wie bei Business Formal zugeht. Ganz im Gegenteil. Bei diesem Dresscode sind die gleichen Kleidervorschriften gewünscht. Präsenz und Eleganz sind das Gebot der Stunde, sodass bereits genannte Outfit-Klassiker wie der Anzug und das Kostüm gerne gesehen sind. Sollte das Event am Abend stattfinden, dann dürfen die Männer sogar zum Smoking und die Damen zum Abendkleid greifen. Auch hier gilt: Schmuck und Make-up sind nur dezent zu wählen.

Dresscode entschlüsselt: Black Tie & White Tie

Ganz gleich, ob Sie auf eine Hochzeit, eine Gala oder eine andere feierliche Veranstaltung gehen, sobald Sie auf der Einladung den Dresscode Black Tie oder White Tie bzw. die Vorgabe „Abendgarderobe“ entdecken, kann dies zunächst für ein wenig Verwirrung auslösen.

Black Tie und White Tie für Herren

Black Tie ist ein sehr formaler Kleidungsstil, der für festliche Abendveranstaltungen gilt. Die Kleiderordnung verlangt von den Herren das Tragen eines Smokings statt eines Standardanzugs. Idealerweise sollte Ihr Smoking schwarz oder mitternachtsblau sein und mit einem weißen Hemd kombiniert werden. Vervollständigen Sie Ihren Look mit einer schwarzen Fliege und eleganten Lederschuhen. Um Ihrem Auftritt den letzten Schliff zu verleihen, können Sie auch eine schwarze Weste oder einen schwarzen Kummerbund tragen.

White Tie dagegen ist die förmlichste aller Kleidungsvorschriften, sozusagen die Königsklasse der Dresscodes. Sie ist besonderen Anlässen wie Bällen, Galas oder auch Staatsempfängen vorbehalten, bei denen selbst der Black Tie Dresscode nicht mehr ausreicht. Zu den White Tie-Regeln gehören das Tragen eines schwarzen Fracks, eines weißen Smoking-Hemdes und einer weißen Weste sowie einer schwarzen Smoking-Hose mit hoher Taille. Eine weiße Fliege ist ein Muss – daher auch der Name. Weitere Accessoires, die Herren zu einer White Tie Veranstaltung tragen können, sind weiße Handschuhe oder ein Zylinderhut. Diese sind jedoch nicht unbedingt erforderlich.

Black Tie & White Tie für Damen

Obwohl beide Dresscodes für Männer recht klar sind – schwarze oder weiße Fliege sind die deutlichsten Unterscheidungsmerkmale - gestalten sie sich für die Damen etwas schwieriger. Für Frauen bedeutet Black oder White Tie in der Regel ein bodenlanges Abendkleid. Elegante Cocktailkleider sind aber dennoch eine Option für Black Tie Events und ideal für alle Frauen, die sich in einem Kleid in voller Länge nicht wohlfühlen. Achten Sie nur darauf, dass Sie die richtige Art von Cocktailkleid für die Veranstaltung wählen. Mit einem raffinierten Kleid mit femininer Silhouette, knieumspielender Länge und in einer edlen Farbe wie Schwarz oder Edelsteintönen, treffen Sie die Etikette. Auch Cocktailkleider aus Allover-Spitze sind eine gute Option, um Ihren Look noch festlicher zu machen.

Zu einer White Tie Veranstaltung muss es aber dann definitiv die bodenlange Abendrobe sein. Ihr Outfit sollte absolut edel, glamourös und feminin sein. Schwarz ist dabei klassischerweise die Standardfarbwahl für Galakleidung. Damit liegen Sie immer richtig. Sie dürfen aber auch andere Optionen wie Weiß, Rot oder Metallic-Töne wählen.

Fünf Fashion-Fauxpas, die Sie vermeiden sollten

Den Dresscode ignorieren und einfach nach Lust und Laune tragen, was Sie wollen? Mit Sicherheit keine gute Idee. Denn wer möchte schon gerne im Büro, beim Galadinner oder auf der Hochzeitsfeier durch sein unpassendes Outfit negativ auffallen? Hier die fünf schlimmsten Fashion-Fauxpas, die Sie tunlichst vermeiden sollten:

  1. Zeigen Sie im Büro nie zu viel Haut, d.h. tragen Sie keine bauchfreien oder transparenten Oberteile und verzichten Sie auf schulterfreie Schnitte. Auch ein zu kurzer Rock bei den Damen oder kurze Hosen bei den Herren wirken unseriös und nicht angemessen.

  2.  Tragen Sie zur Hochzeit kein weißes Kleid, es sei denn ein weißer Dresscode ist ausdrücklich erwünscht. Die Farbe Weiß ist allein der Braut vorbehalten – Creme, Beige oder Pastelltöne sind hingegen erlaubt.

  3. Auch auf ein schwarzes Kleid sollten Sie als Gast auf einer Hochzeit verzichten. Schließlich ist die Eheschließung ein Grund zur Freude und nicht zum Trauern.

  4. Shorts und Cargo Hosen – ob für Männer oder Frauen – sind fürs Büro nicht angemessen und gehören ebenso in die Kategorie Freizeitkleidung wie der Kapuzenpullover oder das Jeanshemd.

  5. Doch es kommt nicht nur auf die Kleidung an: Grell lackierte oder zu lange Fingernägel, ein aufdringliches Parfüm, aber auch ein versagendes Deo und mangelnde Körperhygiene können das noch so passendste Outfit zunichte machen.