Wäschekorb mit Handtüchern steht vor einer Waschmaschine
Christina Roetger

Christina Roetger

Wäsche stinkt nach dem Waschen

Die Ursachen und was wirklich hilft

Die Wäsche kommt aus der Maschine, aber statt frischem Duft macht sich ein muffiger oder säuerlicher Geruch bemerkbar? Das kommt häufiger vor, als man denkt, und hat oft wirklich gar nichts mit mangelnder Hygiene oder dem eigenen Körpergeruch zu tun. Manchmal liegt es an der Waschmaschine, manchmal an der Kleidung selbst oder daran, wie sie vor und nach dem Waschen behandelt wird. Aber keine Sorge. Mit den richtigen Maßnahmen und Hausmitteln lässt sich das Problem in der Regel schnell beheben. Entscheidend ist, die Ursache zu erkennen und die Wäsche entsprechend zu behandeln.

Wäsche stinkt nach dem Waschen – woran kann das liegen?

Unschöne Gerüche in frisch gewaschener Wäsche können verschiedene Ursachen haben. Oft muss man einfach ein wenig forschen und ausprobieren, bevor man die Ursache herausgefunden hat.

Die Wäsche bleibt zu lange feucht

Feuchtigkeit ist eine der häufigsten Ursachen für unangenehme Gerüche. Bleibt die Wäsche nach dem Waschgang längere Zeit in der geschlossenen Trommel liegen, kann sie muffig werden. Ähnliches gilt für feuchte Sportkleidung, die mehrere Tage im Wäschekorb auf eine Wäsche wartet, oder für Textilien, die nach dem Waschen nur sehr langsam trocknen.

Ablagerungen in der Waschmaschine

Waschmittelreste, Schmutz und Feuchtigkeit können sich in der Gummidichtung, im Waschmittelfach oder im Ablaufsystem sammeln. Werden diese Bereiche nicht regelmäßig gereinigt, können sich Beläge bilden, die unangenehme Gerüche begünstigen. Riecht die gesamte Waschladung muffig, lohnt sich daher ein Blick hinter die Kulissen der Maschine.

Zu niedrige Waschtemperaturen

Waschen bei niedrigen Temperaturen spart Energie und schont viele Textilien. Werden jedoch ausschließlich kalte Programme genutzt, halten sich Ablagerungen und Bakterienbeläge in der Maschine leichter. Oft hilft es schon, regelmäßig bei 60 Grad zu waschen – zum Beispiel weiße Baumwollwäsche –, um der Geruchsbildung entgegenzuwirken.

Falsche Waschmittelmenge oder überladene Trommel

Zu wenig Waschmittel kann dazu führen, dass Schmutz und Geruchsrückstände nicht ausreichend entfernt werden. Entscheidend für die richtige Dosierung sind die Wasserhärte, der Verschmutzungsgrad und die Wäschemenge. Auch eine überladene Trommel kann das Waschergebnis beeinträchtigen.

Gerüche sitzen tief in den Fasern

Wer schweißtreibende Workouts liebt, kennt dieses Problem vielleicht: Auch nach dem Waschen riecht die Sportkleidung noch nach Schweiß. Schweiß besteht zwar überwiegend aus Wasser, doch Hautfette und andere Rückstände setzen sich aber in den Fasern fest. Vor allem synthetische Materialien neigen dazu, solche Gerüche zu speichern. Spezielle Waschmittel sind hier oft wirksamer als zusätzliche Duftstoffe.

Wäsche stinkt – das hilft sofort

Wenn frisch gewaschene Kleidung unangenehm riecht, sollte der Geruch nicht lediglich mit Parfum oder Wäschespray überdeckt werden. Sinnvoller ist es, die Ursache zu beseitigen. 

  1. Wäsche erneut waschen: Ist die gesamte Ladung muffig, kann ein weiterer Waschgang sinnvoll sein. Dabei sollten ein geeignetes Waschmittel und die laut Pflegeetikett höchste zulässige Temperatur gewählt werden.
  2. Einzelne Kleidungsstücke vorbehandeln: Riechen nur bestimmte Teile nach Schweiß, können besonders betroffene Stellen vor dem Waschen behandelt werden. Dabei aber immer auf die Materialverträglichkeit achten.
  3. Wäsche immer sofort aus der Maschine nehmen: Nach dem Waschgang sollte die Kleidung möglichst direkt aufgehängt oder, sofern geeignet, in den Trockner gegeben werden.
  4. Immer vollständig trocknen lassen: In schlecht belüfteten Räumen bleibt Feuchtigkeit lange in den Fasern. Besonders Handtücher nehmen viel Feuchtigkeit auf und trocknen entsprechend langsam. Auch nach dem Abtrocknen sollten sie daher möglichst ausgebreitet aufgehängt und nicht dauerhaft feucht im Wäschekorb gelagert werden. Ausreichend Abstand zwischen Kleidungsstücken und eine gute Luftzirkulation helfen, Restfeuchtigkeit in der Wäsche zu vermeiden.

Welche Hausmittel helfen gegen schlechten Wäschegeruch?

Wenn die Wäsche stinkt, können Hausmittel helfen. Allerdings eignet sich nicht jedes Mittel für jede Anwendung. Besonders bei der Waschmaschine sollten Materialverträglichkeit und Herstellerhinweise berücksichtigt werden.

Natron gegen Gerüche in der Waschmaschine

Natron kann helfen, unangenehme Gerüche in der Waschmaschine zu reduzieren. Die Verbraucherzentrale empfiehlt dafür 50 Gramm Natron im Hauptwäschefach und einen leeren Waschgang bei 40 Grad. Gegen Kalkablagerungen hilft Natron allerdings nicht. Es ist deshalb kein Ersatz für eine gegebenenfalls notwendige Entkalkung der Maschine.

Zitronensäure gegen Kalkablagerungen

Zitronensäure wird vor allem zum Entkalken eingesetzt. Sie kann sinnvoll sein, wenn tatsächlich Kalkablagerungen vorliegen, ist aber keine universelle Lösung gegen muffige Wäsche. Ob und wie eine Waschmaschine entkalkt werden sollte, hängt unter anderem von der Wasserhärte und den Herstellerangaben ab.

Essig gegen muffige Wäsche – hier besser vorsichtig sein

Essig wird häufig als Hausmittel gegen schlechte Gerüche empfohlen. Für die Reinigung der Waschmaschine ist er jedoch nicht die beste Wahl: Die enthaltene Säure kann Dichtungen angreifen. Deshalb sollte Essig nicht regelmäßig und ohne entsprechende Herstellerempfehlung in die Maschine gegeben werden. Auch bei empfindlichen Textilien ist Vorsicht geboten.

Brauche ich einen Hygienespüler?

Solange kein Familienmitglied ernsthaft ansteckend erkrankt ist, ist für normal verschmutzte Wäsche in einem Privathaushalt ein Hygienespüler in der Regel nicht notwendig. In der Regel reichen ein geeignetes Waschmittel, die richtige Dosierung und ein passendes Waschprogramm aus. Zusätzliche Duftprodukte können Gerüche zwar überdecken, aber nicht unbedingt deren Ursache beseitigen.

Waschmaschine richtig reinigen – so lässt sich Gerüchen vorbeugen

Eine saubere Waschmaschine ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für frisch riechende Wäsche. Mit einer regelmäßigen Pflegeroutine lassen sich Ablagerungen und unangenehme Gerüche gut vermeiden.

Gummidichtung und Waschmittelfach reinigen

Die Gummidichtung sollte etwa alle zwei bis vier Wochen von Schmutz, Waschmittelresten und Restwasser befreit werden. Besonders in den Falten sammeln sich sonst mit der Zeit Rückstände, die zu schlechten Gerüchen führen. Eine Reinigung mit einem feuchten Tuch und anschließendes Trocknen helfen, Ablagerungen zu vermeiden. Und auch das Waschmittelfach sollte in regelmäßigen Abständen gereinigt werden.

Flusensieb und Ablaufsystem überprüfen

Im Ablaufsystem können sich Flusen, Haare und sogar kleine Gegenstände wie Münzen oder Haargummis sammeln. Um Gerüchen vorzubeugen, ist eine Reinigung alle zwei bis drei Monate empfehlenswert. Wichtig: Das Flusensieb bzw. die dafür vorgesehenen Bereiche sollten stets gemäß der Herstelleranleitung gereinigt werden.

Gut zu wissen

Nicht jede moderne Waschmaschine besitzt ein klassisches Flusensieb, daher sind die Angaben in der Bedienungsanleitung maßgeblich.

Regelmäßig bei 60 Grad waschen

Ein 60-Grad-Waschgang mit bleichmittelhaltigem Vollwaschmittel in Pulverform hilft, Bakterienbelägen in der Maschine entgegenzuwirken. Die Verbraucherzentrale empfiehlt einen solchen Waschgang mindestens einmal im Monat. Dafür kann geeignete Weißwäsche verwendet werden – ein zusätzlicher leerer Kochwaschgang ist normalerweise nicht erforderlich. Alternativ gibt es im Drogeriemarkt auch spezielle Reinigungspulver, die jedoch separat verwendet werden müssen.

Tür und Waschmittelfach offenlassen

Nach dem Waschen sollten Trommel und Einspülkammer trocknen können. Dafür die Tür und das Waschmittelfach einfach eine Weile offenstehen lassen. So verringert sich das Risiko, dass sich unangenehme Gerüche entwickeln.

Kann muffige Wäsche einfach noch einmal gewaschen werden?

Ja, ein erneuter Waschgang kann helfen. Dabei sollten ein geeignetes Waschmittel und die Pflegehinweise berücksichtigt werden. Wenn der Geruch regelmäßig zurückkehrt, ist es sinnvoll, zusätzlich die Ursache zu überprüfen.


Warum riecht Wäsche nach dem Waschen noch nach Schweiß?

Schweiß- und Fettrückstände können sich besonders in synthetischen Fasern festsetzen. Eine geeignete Vorbehandlung, das passende Waschmittel und zeitnahes Waschen können helfen. Zusätzliche Duftstoffe allein lösen das Problem meist nicht.


Hilft Essig gegen muffige Wäsche?

Essig wird zwar häufig empfohlen, sollte aber nicht pauschal in der Waschmaschine verwendet werden. Die Säure kann Dichtungen angreifen. Sinnvoller ist es, zunächst die Ursache des Geruchs zu ermitteln und geeignete Wasch- oder Reinigungsmittel zu verwenden.


Wann sollte die Waschmaschine überprüft werden?

Wenn die Maschine trotz regelmäßiger gründlicher Reinigung dauerhaft unangenehm riecht, Wasser nicht richtig abpumpt oder weitere Auffälligkeiten auftreten, kann ein technisches Problem vorliegen. In diesem Fall sollte die Herstelleranleitung geprüft oder ein Fachbetrieb kontaktiert werden.