Detailbild von einem Leinenblazer
Christina Roetger

Christina Roetger

Leinen waschen

So gelingt es richtig

Leinen gehört zu den ältesten Stoffen überhaupt und ist als luftiger Sommerstoff seit jeher für leichte Kleidung populär. Das Material verfügt über eine Vielzahl positiver Eigenschaften, steht jedoch im Ruf, verhältnismäßig schwierig zu pflegen zu sein. Dabei wird gerade helles Leinen durch häufiges Waschen sogar noch strahlender, weicher und schöner. Und auch gefärbte Leinenteile sind mit ein bisschen Hintergrundwissen ganz unkompliziert zu waschen. Damit die Leinen-Outfits lange Freude bereiten, geben wir hilfreiche Pflegetipps, wie sich Leinen am besten waschen und sanft pflegen lässt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Leinen ist im Trend - außerdem ist der Stoff ein echtes Multitalent: Er ist antiallergisch, antibakteriell und nachhaltig
  • Soll das neue Kleidungsstück aus Leinen die erste Wäsche unbeschadet überstehen, empfiehlt es sich, den Stoff am besten über Nacht in reichlich Wasser einzuweichen – so brechen die Fasern nicht.
  • Als Naturstoff ist Leinen relativ einfach zu pflegen – Kleidungsstücke aus Leinen sollten jedoch unbedingt vom Wäschetrockner ferngehalten werden.
  • Soll das Lieblingsteil aus Leinen lange schön bleiben, hilft es, den Stoff nach jeder Wäsche zu bügeln – am besten solange er noch feucht ist.

Waschtipps für Leinen – das ist zu beachten

Leinen ist als Faser zwar strapazierfähig, dennoch ist bei der Leinenwäsche Vorsicht und Sorgfalt geboten. Aber keine Sorge: Wenn die folgenden Pflegetipps beachtet werden, ist Leinen waschen weder zeit- noch arbeitsintensiv.

Für Bekleidung aus Leinen empfiehlt sich immer ein Feinwaschgang oder ein Schonprogramm. Bei ganz feinen Leinengeweben, wie zarten Schals oder Halstüchern, ist es besser, auf den Schleudergang zu verzichten oder per Handwäsche zu reinigen.

Wer Leinen in der Maschine wäscht, sollte den Schleudergang grundsätzlich auf maximal 600 Umdrehungen pro Minute einstellen. Stärkeres Schleudern entzieht der Naturfaser zu viel Feuchtigkeit und erschwert das Bügeln. Außerdem kann durch zu starke mechanische Bewegung die Oberfläche des Stoffes kleine Knötchen bilden, die sich später nicht mehr entfernen lassen. Um das Material zu schonen, ist es empfehlenswert, die Maschine nur bis zur Hälfte zu befüllen.

Tipp: So gehört Leinen in die Waschmaschine

Wer ganz sicher gehen möchte, dass empfindliche Leinenteile beim Waschen keinerlei Schaden nehmen, sollte sie während des Waschgangs in einen Wäschesack geben. Ein ausrangierter, weißer Kopfkissenbezug aus Baumwolle erfüllt denselben Zweck.

Ebenfalls wichtig: Leinen nach jeder Wäsche – egal ob von Hand oder in der Maschine – immer besonders gründlich und mit viel Wasser ausspülen.

Leinen Waschtemperatur: Wie heiß kann ich Leinen waschen?

Was die richtige Temperatur für den Waschgang angeht, kann ungefärbtes Leinen einiges vertragen. Weißes Leinengewebe lässt sich theoretisch sogar mit hoher Temperatur bis zu 95 °C problemlos reinigen. Das ist gerade bei Leinenbettwäsche oder Tischwäsche ein großer Vorteil. Allerdings kann weißes Leinen bei häufiger Kochwäsche noch aufhellen, weshalb es sich empfiehlt, bei nicht allzu starker Verschmutzung eher bei 60 °C zu waschen.

Für Leinenbekleidung sind grundsätzlich niedrigere Temperaturen ratsam. Hier sollte eine Waschtemperatur von 40°C nicht überschritten werden. Das beugt dem Ausbleichen der Farben vor und schont das Leinengewebe.

Tipp: Leinenhosen waschen

Auch bei dem ersten Waschgang schrumpft Leinen beim Waschen meist ein wenig. Bei einer Hose, die schon sehr eng sitzt, sollte demnach lieber eine Nummer größer gewählt werden.

Leinen waschen - Waschmittel, Seife & Co.

Bei Kleidung ist ein hochwertiges Color- oder Feinwaschmittel eine gute Wahl. Auch Neutralseife eignet sich zur Leinenpflege. Im Fachhandel sind darüber hinaus spezielle Leinenwaschmittel erhältlich, die besonders schonend für die Faser sind. Beim Waschmittelkauf sollte darauf geachtet werden, dass ein Produkt ohne Bleichmittel oder Aufheller gewählt wird, da selbst weißes Leinen äußerst empfindlich auf Bleiche reagieren kann.

Tipp: Essig benutzen

Ein bewährtes Hausmittel, um Leinen beim Waschen vor dem Ausbleichen zu schützen, ist Essig. Bei gefärbtem Leinen kann etwas destillierter, weißer Essig direkt zum Waschgang hinzugefügt oder Flecken vorsichtig mit Essig behandelt werden, bevor das Leinen gewaschen wird.

Leinen weich waschen: Weichspüler erlaubt?

Es empfiehlt sich, komplett auf Weichspüler zu verzichten. In der Regel schadet Weichspüler feinen Geweben eher und beeinträchtigt die Optik des Stoffes. Eine gewisse Griffigkeit gehört zudem zur Charakteristik von Leinen. Wenn die Kleidung aus Leinen wieder weich werden soll, empfiehlt es sich, die Kleidung nach dem Waschgang gründlich mit kaltem und klarem Wasser auszuspülen.

Leinen vor der Wäsche einweichen?

Vielleicht ist der Spruch „Leinen will schwimmen“ bereits bekannt? Damit ist natürlich nicht ein Bikini aus Leinen gemeint, sondern die Eigenschaft der Naturfaser, viel Feuchtigkeit aufnehmen zu können. Insbesondere bevor Leinentextilien das erste Mal gewaschen werden, sollte der Stoff in viel Wasser eingeweicht werden – idealerweise über Nacht. So wird sichergestellt, dass die Fasern wirklich komplett durchweichen.

Da Leinen ein eher unelastischer Stoff ist, hilft dieser Vorgang dabei, das Brechen der Fasern zu vermeiden. Dies ruiniert den Stoff zwar nicht direkt, führt aber zu Knicken, die sich selbst durch Bügeln nicht mehr entfernen lassen. Auch bei stärkerer Verschmutzung ist es ratsam, Leinen vor der Wäsche einzuweichen.

Leinen pflegen: Besser in der Reinigung waschen lassen?

Grundsätzlich empfiehlt es sich, bei allen Textilien immer zuerst das Pflegeetikett aufmerksam zu lesen und die Hinweise genau zu beachten. So lassen sich böse Überraschungen nach der Wäsche vermeiden. Leinen ist als Naturfaser eigentlich nicht schwierig zu waschen.

Falls das Etikett dennoch eine chemische Reinigung fordert, liegt dies meist nicht am Material selbst, sondern an der Art der Färbung, den Futterstoffen oder auch an aufwendigen Verarbeitungstechniken, die durch das Waschen in der Maschine beeinträchtigt werden könnten.

Leinen trocknen: In den Trockner oder aufhängen?

Beim Trocknen von Leinen ist besondere Vorsicht geboten. Auf gar keinen Fall sollte Leinen im Anschluss an die Wäsche in den Wäschetrockner gegeben werden. Selbst bei schonenden Programmen besteht das Risiko, dass die Leinenfaser stark beschädigt wird, verknittert, bricht oder extrem einläuft.

Viel besser ist es, Leinen an der frischen Luft trocknen zu lassen. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, gefärbte Stoffe nicht dem direkten Sonnenlicht auszusetzen, um ein Ausbleichen zu verhindern. Weißes Leinen dagegen profitiert vom Trocknen in der Sonne, da es durch starke Sonneneinstrahlung sogar noch an Leuchtkraft gewinnt.

Nach dem waschen: Kann ich Leinen bügeln?

Wie es der Volksmund so schön sagt: „Leinen knittert edel“. Dem ist nicht zu widersprechen, dennoch gibt es Möglichkeiten, die Edelknitter der Leinenfaser nach dem Waschen in Grenzen zu halten. Deshalb sollte Leinen nach jeder Wäsche gebügelt werden. Gegen hohe Temperaturen hat Leinen nichts einzuwenden, solange noch etwas Restfeuchtigkeit im Stoff vorhanden ist. Am besten wird Leinen also heiß, aber nicht trocken gebügelt. Denn ist das Gewebe einmal komplett trocken, lässt es sich viel schwieriger wieder in Form bringen.

Ein Dampfbügeleisen ist hier besonders empfehlenswert, da es verhindert, dass das Gewebe zu trocken wird. Alternativ kann Leinen vor dem Bügeln noch einmal leicht angefeuchtet werden.

Um Glanzstellen, die durch zu intensives Bügeln entstehen können, zu vermeiden, sollte Leinen stets auf links gebügelt werden. Ein weiteres bewährtes Hausmittel für ein schonendes Bügeln: Ein leicht angefeuchtetes Baumwolltuch zwischen Gewebe und Bügeleisen legen. So kann nichts passieren.

Und noch eine Anmerkung zum Thema Falten: Dass Leinen beim Tragen schnell verknittert, lässt sich nicht vermeiden, sondern ist der Gewebestruktur und der natürlichen Beschaffenheit der Faser geschuldet. Diese kleinen Fältchen gelten allerdings als edel und gehören beim Leinen-Look einfach dazu.

Tipp: Leinen richtig transportieren

Wer viel unterwegs ist oder Kleidung aus Leinen mit in den Sommerurlaub nehmen möchte, sollte Leinen im Koffer am besten in einer Plastiktüte transportieren. Sobald das Kleidungsstück getragen werden soll, einfach im Badezimmer aufhängen, während geduscht oder gebadet wird. Der heiße Wasserdampf in der Luft sorgt dann dafür, dass kleine Knitterfalten ganz schnell verschwinden.

Was ist Leinen & was macht es so besonders?

Leinen wird aus den Fasern der Flachspflanze hergestellt und ist als Gewebe bereits seit dem Mittelalter bekannt. Lange bevor Baumwolle in Europa versponnen wurde, war die Leinenverarbeitung schon ein florierendes Gewerbe.

Leinen bietet darüber hinaus viele Vorzüge: Da die Faser im Inneren hohl ist, hat sie eine klimatisierende Funktion und trägt sich auf der Haut ausgesprochen angenehm und kühl. Auch für Allergiker ist Leinen ein ideales Material. Es ist nicht nur ein reines Naturprodukt, bei dem allergische Hautreaktionen nahezu ausgeschlossen sind, sondern auch noch antistatisch. Das heißt: Selbst feine Staubpartikel und Bakterien werden vom Stoff nicht aufgenommen.

Und auch in puncto Nachhaltigkeit ist die Leinenfaser eine gute Wahl. Flachs ist ein schnell nachwachsender Rohstoff und benötigt kaum Dünger oder Pestizide. Außerdem ist die Faser vollständig biologisch abbaubar. Dazu verbraucht die Verarbeitung von Leinen wesentlich weniger Wasser als beispielsweise die Herstellung von Baumwolle.

Jedes Material hat seine eigenen Eigenschaften, so auch Leinen. Pflegeeigenschaften, Besonderheiten und auch Merkmale von Leinen haben wir nähergebracht, sodass möglichst lang etwas von den liebsten Teilen bleibt und künftig keine bösen Überraschungen mehr erwarten, wenn beispielsweise die Leinenhose aus dem Wäschetrockner geholt wird.

FAQ

Wie wäscht man Leinen?

1: Bevor Leinen gewaschen wird, sollte das Pflegeetikett auf dem Kleidungsstück überprüft werden, um sicherzustellen, dass es für die Maschinenwäsche geeignet ist. Wenn das Etikett "nur chemische Reinigung" empfiehlt, ist es ratsam, das Kleidungsstück in eine professionelle Reinigung zu bringen. 2: Kleidung aus Leinen sollte von anderen Kleidungsstücken getrennt und nach Farben sortiert werden, um Verfärbungen zu vermeiden. 3: Ein mildes Waschmittel, das für empfindliche Stoffe geeignet ist, hilft, das Leinen zu schonen. 4: Leinen sollte bei niedriger Temperatur oder im Schonwaschgang gewaschen werden. Das Trocknen im Wäschetrockner ist zu vermeiden. 5: Wenn Leinen aus der Waschmaschine kommt, sollte es noch feucht gebügelt werden, um Falten zu entfernen und das Gewebe zu glätten. Ein Dampfbügeleisen auf mittlerer Hitze ist hierfür geeignet.


Wie heiß darf man Leinen waschen?

In der Regel sollte Leinen bei einer niedrigen Temperatur gewaschen werden, um Schäden wie Einlaufen zu vermeiden. Die meisten Pflegeetiketten empfehlen eine maximale Waschtemperatur von 40 Grad Celsius. Einige Leinenprodukte können jedoch bei höheren Temperaturen gewaschen werden. In diesem Fall ist es wichtig, das Pflegeetikett sorgfältig zu lesen und den Anweisungen des Herstellers zu folgen. Wenn es kein Pflegeetikett gibt oder unklar ist, welche Waschtemperatur geeignet ist, ist es am besten, Leinen bei niedriger Temperatur und schonend zu waschen, um mögliche Schäden zu vermeiden.


Welches Waschmittel für Leinen verwenden?

Für Leinen sollte ein mildes Waschmittel verwendet werden, das für empfindliche Stoffe geeignet ist und keine aggressiven Chemikalien enthält, die das Material beschädigen können. Ein flüssiges Feinwaschmittel oder ein spezielles Waschmittel für Leinen sind hierfür empfehlenswert. Bei Unsicherheit bezüglich der Eignung eines Waschmittels hilft ein Blick auf das Etikett oder eine Nachfrage beim Hersteller. Es ist auch wichtig, das Waschmittel sparsam zu dosieren, um überschüssige Seifenreste zu vermeiden, die Leinen beschädigen können. Zudem sollten Waschmittel mit Bleichmittel oder optischen Aufhellern vermieden werden, da diese Verfärbungen und Schäden im Stoff verursachen können.